NOW!akademie - HowTo Nachhaltigkeit in Kunst und Kultur

Bildungsangebot

Sie möchten Ihre Kulturinstitution nachhaltig aufstellen und wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Plastik reduzieren, CO2 einsparen, Mobilität umstellen, ökologisch ernähren, energetisch sanieren, Erdwärme oder doch lieber eine Photovoltaikanlage und was bedeutet Nachhaltigkeit überhaupt im Produktionsprozess? Welche Materialien dürfen noch verwendet werden und wie nutzt man sie langfristig? Welche Maßnahme bringt etwas und ist sie auch wirklich grün und wie nehme ich meine Mitmenschen mit auf die Transformationsreise? Das Feld ist komplex und unübersichtlich!

Lesedauer: 9 Minuten
Anzuchtkasten mit jungen Pflanzen

Das Gute ist: Mit Hilfe des BFDK ECO RIDERS, eines CO2-Rechners, den aktuellen Fördermöglichkeiten und vielen Tipps und Tricks können sich Kulturschaffende in der NOW!akademie einen Überblick verschaffen und schnell ins Handeln kommen. Die Stiftung Niedersachsen bietet in Kooperation mit der Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen online oder analog acht Veranstaltungen praxisnah und konkret für Kulturschaffende rund um das Thema Nachhaltigkeit an.


DI, 28. FEBRUAR 2023 | CULTURE GOES GREEN!

14:00 – 16:00 Uhr, online via Zoom

Anmeldung bis 26. Februar 2023

Der Klimawandel ist eine globale Herausforderung. Nachhaltige Entwicklung erfordert eine umfassende gesellschaftliche Transformation. Kann Kultur als Impulsgeberin des Wandels fungieren? Welche Rolle nimmt Kultur im Rahmen der gesellschaftlichen Transformationsprozesse ein? Zum Auftakt der NOW!akademie geht es um die Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung, globale Ziele und die Positionierung der Kultur.

Katharina Nitsch ist bei der Stiftung Niedersachsen für die Presse- und Kommunikationsarbeit verantwortlich. 2021 absolvierte sie die Weiterbildung zur Transformationsmanagerin Nachhaltige Kultur beim Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit.


MI, 15. MÄRZ 2023 | WAS DU MESSEN KANNST, KANNST DU AUCH KONTROLLIEREN: EINFÜHRUNG IN DIE CO2-BILANZIERUNG

14:00 - 16:00 Uhr, online via Zoom

Anmeldung bis 13. März 2023

Eine Klimabilanz ist ein ideales Werkzeug, um einen Überblick über die eigenen Emissionen zu bekommen und daraus gezielte Maßnahmen abzuleiten. Der Workshop behandelt die Grundlagen der Bilanzierung und vermittelt das nötige Wissen, um mit dem CO2-Rechner für Veranstaltungen des Umweltbundesamtes einen Überblick über den eigenen Fußabdruck zu bekommen. Nach der Einführung sind die Teilnehmer*innen in der Lage, den Rechner zu nutzen und können ihre Daten in der Folge selbständig eingeben. Im Anschluss an den Einführungsworkshop werden die Ergebnisse, die die Teilnehmer*innen in der Zwischenzeit generiert haben, in einer gemeinsamen Auswertungssession am 8. Mai von 14:00 bis 15:00 Uhr eingeordnet und besprochen.

Mona Rieken ist IHK-zertifizierte Transformationsmanagerin für nachhaltige Kultur. Sie begleitet Kulturinstitutionen auf dem Weg in eine ökologisch nachhaltige Zukunft. Außerdem arbeitet sie als Projektleitung für das Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit und als freie Dramaturgin.


MO, 20. MÄRZ 2023 | VOM WISSEN ZUM HANDELN: ERSTE SCHRITTE, TIPPS & TRICKS

10:30 - 17:00 Uhr, analog in den Räumen der Stiftung Niedersachsen in Hannover

Anmeldung bis 12. März 2023

Maximal 20 Teilnehmer*innen (entsprechend der Reihenfolge der Anmeldungen)

 

Wenn es einen Technical Rider gibt, warum dann nicht auch einen Ecological Rider? Was ist nachhaltiger, eine Reise oder zwanzig Stunden Zoom? Welche Alternativen gibt es, wenn man z. B. kein Styropor im Bühnenbild einsetzen will? Wie rechtfertigt man die teure aber nachhaltige Anschaffung im Rahmen einer Förderung? Im Workshop wird der BFDK ECO RIDER vorgestellt, ein Instrument, um mit einfachen Schritten zu mehr Nachhaltigkeit im künstlerischen Produzieren, Veranstalten und Touring zu finden. Alle Teilnehmer*innen werden eingeladen, einen Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche der nachhaltigen Kunstproduktion zu nehmen und sich anhand von Beispielen mit der praktischen Umsetzung auseinanderzusetzen. Es werden konkrete Tipps und praktische Informationen gegeben. Anschließend wird es Raum für Erfahrungsaustausch und Diskussion geben.

Referentinnen

Konstanze Grotkopp arbeitet seit 2010 als freie Bühnen- und Kostümbildnerin für Theater, Film und Installationen. Sie absolvierte 2021 die Weiterbildung zur Transformationsmanagerin für Nachhaltige Kultur beim Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit, bietet seit 2022 über das Performing Arts Programm Berlin Beratungen zur Nachhaltigkeit am Theater an und leitet die Beratungsstelle Nachhaltigkeit beim BFDK im Rahmen ihrer Tätigkeit als Co-Projektleitung bei „Performing Arts – Performing Future“. Seit April 2021 ist sie beim Netzwerk Performing for Future aktiv und Mitautorin des ManifÖST – Manifest für eine ökologisch-soziale Transformation in den Darstellenden Künsten.

Franziska Pierwoss lebt und arbeitet in Berlin als Künstlerin im Bereich Performance und Installation. Sie studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und der Libanesischen Universität Beirut. Ihre häufig temporären Arbeiten schaffen situationsbezogene Installationen, die persönliche und politische Beziehungen in Frage stellen. Ihre Arbeiten wurden u. a. im Fast Forward Festival Athens, der Sharjah Biennial 13, im Paco Imperial, Rio de Janeiro und der Halle 14, Leipzig gezeigt. Sie arbeitet seit vielen Jahren mit Sandra Teitge zu Fragen politischer, gesellschaftlicher und finanzieller Ökonomien der Abfallwirtschaft und gibt als Transformationsmanagerin Workshops zur Umsetzung ökologischer Nachhaltigkeit. Der ECO RIDER wurde von Franziska Pierwoss im Auftrag des BFDK (Bundesverband Freie Darstellende Künste e. V.) entwickelt.


DI, 18. APRIL 2023 | AB JETZT IN SACK UND LEINEN? WAS BEDEUTET NACHHALTIGKEIT FÜR DIE KÜNSTLERISCHE ARBEIT

10:30 - 17:00 Uhr, analog in den Räumen der Stiftung Niedersachsen in Hannover

Anmeldung bis 10. April 2023

Maximal 20 Teilnehmer*innen (entsprechend der Reihenfolge der Anmeldungen)

Im Workshop „Nachhaltiges Produzieren“ wird, neben einem kurzen Einblick in die Grundlagen der Betriebsökologie, der Fokus auf eine nachhaltige Produktionsweise auf und hinter der Bühne gelegt, von Vertragserstellung über Entwurf, Herstellung, Öffentlichkeitsarbeit, Touring bis hin zur Materialverwertung am Ende der Produktion. Welche Folgen bringen eine künstlerisch nachhaltige und ökologische Arbeit mit sich? Es werden praxisnah und ergebnisorientiert Möglichkeiten nachhaltigen Arbeitens in den darstellenden Künsten auf dem Weg zu neuen zukunftsorientierten Standards diskutiert.

Neben der ökologischen und sozialen Dimension von Nachhaltigkeit, wollen wir auch nach den ästhetischen Konsequenzen eines nachhaltigen Produzierens fragen. Was passiert, wenn wir eine Beschneidung unserer künstlerischen Freiheit als künstlerische Konzeption betrachten? Ausgehend vom Manifest des „langsamen Theaters“ (Frl. Wunder AG) nutzen wir den Workshop als gemeinsamen Reflexionsraum, um unsere Ästhetiken aus nachhaltiger Perspektive zu denken.

Anne Bonfert ist Mitglied des Theaterkollektivs Frl. Wunder AG (Hannover). In ihrer Dissertation hat sie sich mit dem Politischen von Produktionszusammenhängen beschäftigt. Seit 2019 leitet sie die Stiftung Leben & Umwelt/Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen.

Konstanze Grotkopp arbeitet seit 2010 als freie Bühnen- und Kostümbildnerin für Theater, Film und Installationen. Sie absolvierte 2021 die Weiterbildung zur Transformationsmanagerin für Nachhaltige Kultur beim Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit, bietet seit 2022 über das Performing Arts Programm Berlin Beratungen zur Nachhaltigkeit am Theater an und leitet die Beratungsstelle Nachhaltigkeit beim BFDK im Rahmen ihrer Tätigkeit als Co-Projektleitung bei „Performing Arts – Performing Future“. Seit April 2021 ist sie beim Netzwerk Performing for Future aktiv und Mitautorin des ManifÖST – Manifest für eine ökologisch-soziale Transformation in den Darstellenden Künsten.


DI, 25. APRIL 2023 | ENERGIEKOSTEN SENKEN UND FÖRDERMÖGLICHKEITEN NUTZEN – UNTERSTÜTZUNGSMÖGLICHKEITEN FÜR DIE TRANSFORMATION

15:00-16:30 Uhr, online via Zoom

Anmeldung bis 23. April 2023

Die Frage nach Finanzierungsmöglichkeiten für Investitionen, die bei der Realisierung von Maßnahmen zum effizienten Umgang mit Energie, Material und Ressourcen unterstützen und das Klima schonen, ist groß. Es gibt eine Vielzahl von Beratungs- und Investitionsförderungen, sich zu informieren nimmt jedoch viel Zeit in Anspruch. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) informiert über die wesentlichen Beratungsangebote und gibt einen kurzen Überblick über einschlägige Förderprogramme auf Bundesebene.

 

Neele Birnbaum ist seit 2021 für die landeseigene Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) im Bereich „Klimaschutz in Unternehmen“ tätig. Sie ist Ansprechpartnerin für Förderhinweise für Unternehmen und mitverantwortlich für die Betreuung der Beratungsangebote der KEAN. Darüber hinaus steht sie Unternehmen auch im Rahmen des Niedersächsischen Wasserstoff-Netzwerks (NWN) mit Förderhinweisen im Bereich Wasserstoff zur Seite. Von Haus aus hat sie einen Master in Wirtschaftswissenschaften.


MO, 8. MAI 2023 | WAS SAGEN MIR DIE ZAHLEN? AUSWERTUNG DER CO2-BILANZEN

14:00 - 15:00 Uhr, online via Zoom

Anmeldung bis 4. Mai 2023

Die Teilnehmer*innen haben sich mit ihrem CO2-Fußabdruck auseinandergesetzt und über den CO2-Rechner Ergebnisse generiert. Doch was ist viel, was ist wenig? Wie wird produktiv mit der Bilanz umgegangen und wie lassen sich die Zahlen in Handlung umsetzen? Im Workshop werden die Ergebnisse reflektiert und offene Fragen geklärt. Es geht darum zu schauen: Wie geht es weiter nach der Bilanz?

Mona Rieken ist Transformationsmanagerin für nachhaltige Kultur. Sie begleitet Kulturinstitutionen auf dem Weg in eine ökologisch nachhaltige Zukunft. Außerdem arbeitet sie als Projektleitung für das Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit und als freie Dramaturgin.


DI, 23. MAI 2023 | NACHHALTIGE TRANSFORMATION DURCH KUNST UND KULTUR

15:00 - 16:30 Uhr, online via Zoom

Anmeldung bis 21. Mai 2023

Oft wird Nachhaltigkeit auf eine Managementaufgabe reduziert. Dabei geht es um die umwelttechnische, manchmal die soziale Optimierung des Betriebs. Dieser Weg ist nicht verkehrt: Kunst- und Kultureinrichtungen können Vorbilder sein und ihre Besucher*innen entsprechend sensibilisieren. Doch ein weiterer Ansatz ist noch wichtiger. Wenn die heutige „multiple Krise“ Ausdruck der innengesellschaftlichen Verhältnisse ist, vom „Wachstumsdogma“ und vom „Fortschrittsmythos“, dann sollte Nachhaltigkeit weit statt eng gedacht werden: als soziale und kulturelle Aufgabe. Denn Kultur findet nicht nur in den eingezäunten Räumen von Theatern und Galerien statt, sondern auch in den Ministerien, in den Unternehmen und in den Supermärkten. Wie können Kunst- und Kultureinrichtungen zu einem kulturellen Wandel in der Gesellschaft beitragen?

Die Bürger*innen sind nicht nur Kulturkonsument*innen. Sie können zu „Künstler*innen“ aktiviert werden, die die eigenen Quartiere als „soziale Plastik“ (J. Beuys) im Sinne einer gelebten Demokratie gestalten. Wer das eigene Publikum erweitern will, muss sich an Community Building orientieren, Audience Development war gestern. Davide Brocchi stellt seine Thesen zur transformativen Kulturpolitik vor und zur Diskussion.

Dr. Davide Brocchi ist Soziologe und lebt in Köln. Er erforscht die gesellschaftliche Transformation in Theorie und Praxis, mit Fokus auf die soziale und kulturelle Dimension. Studiert hat er in Bologna und Düsseldorf, promoviert am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Dort hat er das Forschungsprojekt „Nachhaltigkeitskultur entwickeln – Praxis und Perspektiven soziokultureller Zentren“ mit geleitet.


MO, 12. JUNI 2023 | GLOBAL DENKEN, LOKAL HANDELN – KOLLEKTIVES ANPACKEN FÜR ECHTE NACHHALTIGKEIT

15:00 – 16:30 Uhr, online via Zoom

Anmeldung bis 8. Juni 2023

Die Menschheit rast auf die irreversible Zerstörung ihrer natürlichen Lebensgrundlagen zu. Welches sind die größten Herausforderungen? Warum greifen bisherige Lösungsansätze nicht? Und was können wir auf lokaler Ebene tun? In seinem Vortrag geht Henning Austmann der Frage nach, wie sich die globalen sozialen und insbesondere ökologischen Herausforderungen mit einem kulturellen Wandel aus der Mitte der Gesellschaft heraus bewältigen lassen würden. Dabei führt er zunächst in die existenziell bedrohlichen Auswirkungen unseres nicht-nachhaltigen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems ein. Als Lösungsansatz stellt er anschließend einen Vorschlag für einen echt-nachhaltigen Lebensstil zur Diskussion und leitet im Anschluss zum diesbezüglichen Gestaltungspotenzial bürgerschaftlichen Engagements über.

Prof. Dr. Henning Austmann, vierfacher Vater und Professor an der Hochschule Hannover, lehrt und forscht an der Schnittstelle von „Wirtschaft“ und „Nachhaltiger Entwicklung“. Der ehemalige Unternehmensberater und Entwicklungshelfer ist Mitbegründer der mehrfach preisgekrönten „Ideenwerkstatt Dorfzukunft“ sowie der „Akademie des Wandels“ in den niedersächsischen Dörfern Flegessen, Hasperde und Klein Süntel.


Alle Veranstaltungen sind kostenlos.

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